Handygebrauch & Handynutzung in der Schule:

Handygebrauch in der Schule?

Zwar darf die Schule nicht verbieten, ein Handy mit in die Schule zu nehmen, sie darf es allerdings verbieten, das Handy in der Schule zu benutzen.

  • Teilweise (bspw. Art. 56 Abs. 5 BayEUG für Bayern) wird dies ausdrücklich geregelt.
  • Ansonsten dürfte sich die Reglementierung der Handynutzung vor allem über Generalklauseln, die die Aufrechterhaltung der Ordnung des Schulbetriebs regeln (bspw. § 23 Abs. 2 SchulG BW für Baden-Württemberg) begründen lassen.

Schulen sehen insbesondere eine Notwendigkeit darin, weil ansonsten der Schulbetrieb durch die uneingeschränkte Nutzung von Handys massiv gestört werden könnte:

  • Beispielsweise ist an Bild- und/oder Tonaufnahmen aus dem Unterrichtsgeschehen zu denken.
  • Es bestünden zahlreiche Täuschungsmöglichkeiten bei Klassenarbeiten über einen Internetzugang.
  • Und auch das Miteinander von Schülern in den Pausen könnte erheblich gestört werden, da Smartphones über zahlreiche technische Möglichkeiten verfügen, die allerlei Missbrauchspotential beinhalten.

Kurzum: Ob eine solche Reglementierung gesetzlich oder über eine Schulordnung geregelt wird, oder seitens der Schule direkt angeordnet wird, spielt rechtlich keine Rolle – die Schule kann den Handygebrauch jedenfalls grundsätzlich verbieten. Diskussionen kann man sich an dieser Stelle sparen.

Handys ausschalten in der Schule?

Darüber hinaus werden Schulen auch grundsätzlich anordnen dürfen, dass Handys in ausgeschaltetem Zustand aufzubewahren sind.

Hintergrund hierzu ist, dass Handys in eingeschaltetem Zustand nach wie vor geeignet sind, Missbrauchsmöglichkeiten zu eröffnen oder unbeabsichtigt zu einer Störung des Schulbetriebs beizutragen.

Beispielsweise kann man bei eingeschalteten Handys nicht ausschließen, ob nicht doch irgendwelche Funktionen in Gang gesetzt wurden (bspw. heimliche Aufnahme) oder aber unbeabsichtigt entstehen (das „berühmte“ Handyklingeln während des Unterrichts…).

Nach alledem wird es als zulässig erachtet, dass Schulen nicht nur die Handynutzung untersagen, sondern auch verlangen können, dass Handys in ausgeschaltetem Zustand aufbewahrt werden.

Wird dies nicht angeordnet, muss man das Handy natürlich nicht ausschalten. In eigenem Interesse sollte man dies allerdings gut überlegen:

  • Erfahrungsgemäß wird es nicht gerne gesehen, wenn das Handy zufällig einen Ton von sich gibt. Hierdurch kann es zu Sanktionen kommen.
  • Und gerade bei Klassenarbeiten ist die Gefahr, eines Täuschungsversuchs beschuldigt zu werden, weitaus geringer, wenn man das Handy ausgeschaltet hat.

Kurzum: Auch wenn die Schule es nicht anordnet, erscheint es sinnvoll, das Handy auszuschalten.

Handy in der Schultasche?

Schwieriger wird es bei der Frage, ob Schulen auch anordnen dürfen, dass Handys nicht in der Hosen- oder Jackentasche, sondern in der Schultasche aufzubewahren sind:

  • Da Handys häufig einen hohen Wert aufweisen, liegt es regelmäßig im Interesse der Schülern oder Eltern, dass die Handys so aufzubewahren sind, dass sie nicht beschädigt oder im schlimmsten Fall gestohlen werden können.
  • Schulen halten dagegen, dass Missbrauch nur dann ausgeschlossen werden kann, wenn Handys nicht griffbereit sind. Hat jemand ein Handy während des Unterrichts oder in der Pause in der Hosentasche, dann ist die Gefahr höher, dass es doch genutzt wird.

Ich meine, dass eine generelle Aufbewahrungspflicht von Handys in der Schultasche unzulässig sein dürfte und es ausreichen sollte, wenn Handys in ausgeschaltetem Zustand aufbewahrt werden. Generell muss sich eine Schule darauf verlassen können, dass solche Anordnungen auch befolgt werden und kann nicht per se so misstrauisch sein, dass man weitere „Absicherungen“ für notwendig erachtet.

Andererseits ist für Schüler zu beachten, dass es auch unter diesem Aspekt in eigenem Interesse sinnvoll sein könnte, sein Handy in der Tasche aufzubewahren:

  • Dies gilt bereits unter dem Aspekt, dass diese Frage umstritten ist und einige Schulen Sanktionen verhängen, wenn man das Handy bei sich führt. Bekommt man als Sanktion das Handy abgenommen, dann ist es nicht so, dass Verwaltungsgerichte nachträglich entscheiden werden, ob das zulässig war oder nicht, d.h. mit der Sanktion wird man dann leben müssen (siehe hierzu unter "Sanktionen")
  • Noch problematischer kann es bei Klassenarbeiten werden. Ein Handy in der Hosen- oder Jackentasche ist immer geeignet, zu Täuschungsvorwürfen zu führen (siehe hierzu auch unter "Täuschungen").

Kurzum: Auch wenn man über diesen Aspekt sicher unterschiedlicher Auffassung sein kann, ob Schulen wirklich verbieten können, sein Handy bei sich zu führen, sollte man zur Vermeidung sinnloser Auseinandersetzungen und zur eigenen Absicherung immer das Handy in der Schultasche behalten.

Erlaubte Handynutzung:

Natürlich dürfen Schulen im Einzelfall auch die Nutzung von Handys im Unterricht zulassen – beispielsweise zum Zwecke von Internetrecherchen.

Hierbei kommt es immer wieder zu Kuriositäten dahingehend, dass Handys bei dieser „Gelegenheit“ zweckentsprechend genutzt werden, weil beispielsweise Bilder vom Unterricht in Whatsapp-Gruppen auftauchen oder mit dem Handy gespielt, statt recherchiert wird.

Hierbei sollte man Folgendes beachten: Auch wenn Lehrer nicht explizit jede Missbrauchsmöglichkeit im Zusammenhang mit der Handynutzung aufzählen, sollte allen Schülern klar sein, dass jedwede Nutzung, die nicht im Zusammenhang mit der Recherche steht, unzulässig ist. Wer etwas anderes macht, riskiert damit eine Sanktion.