Sanktionen bei der Handy-Nutzung:

Wer ein Handy gegen die Vorgaben der Schule innerhalb der Schule nutzt, der muss mit Sanktionen rechnen.

Dies sollte man nicht auf die leichte Schulter nehmen, denn Sanktionen enden nicht zwangsläufig mit der Wegnahme des Handys, sondern können durchaus unangenehm werden, wenn das weggenommene Handy beispielsweise nicht mehr zurückgegeben wird oder aber weitergehende erzieherische Maßnahmen oder Sanktionen bei der Benotung erfolgen.

Vorfrage - ab wann beginnt eine „Handy-Nutzung“?

Die ersten Konflikte, die im Zusammenhang mit der „Handy-Nutzung“ typischerweise auftreten, bestehen darin, ab wann man von einer „Handy-Nutzung“ überhaupt sprechen kann:

  • Wenn es aus der Hosentasche fällt?

  • Wenn der Klingelton angeht?

  • Oder erst, wenn man das Handy „wirklich“ in Gebrauch nimmt?

Wie ich bereits bei meinen Ausführungen zum „Handygebrauch“ gesagt habe, kann man dies nicht so pauschal sagen, da Schulen unterschiedliche Anordnungen treffen und es keine einheitliche Meinung gibt, wie weit Anordnungen im Einzelfall zulässig sind.

Auf der sichersten Seite wird man immer dann sein, wenn man es genauso macht, wie es die Schule will… Ich sagte beispielsweise bereits, dass ich persönlich erhebliche Zweifel daran habe, ob man wirklich anordnen darf, dass ein Handy in der Schultasche aufzubewahren ist - aber wenn es so angeordnet wird und man sich nicht daran hält, wird man sich im Zweifel über Sanktionen nicht zu wundern brauchen.

Die beiden erstbenannten Fälle (aus der Hosentasche fallen oder Klingeln) werden nach alledem immer dann eine Rolle spielen, wenn es seitens der Schule angeordnet wurde, dass sich das Handy in ausgeschaltetem Zustand in der Schultasche zu befinden hat.

Ist dies nicht explizit angeordnet worden, dann stellt sich schon eher die Frage, ob man bei solchen dann meist unbeabsichtigten Folgen der Handy-Mitnahme bereits von einer unzulässigen Handy-Nutzung sprechen kann:

  • Klingelt es also mal im Unterricht oder fällt das Handy aus der Hosentasche, so wird man nicht per se von einer „Handy-Nutzung“ sprechen können. Wurde dies zuvor nicht thematisiert oder ist es ein erster Verstoß, so mag die Schule darauf hinweisen (so denn überhaupt entsprechendes Interesse besteht), dies aber nicht als Verstoß werten.
  • Bei einem wiederholten Auftreten, braucht man sich demgegenüber nicht zu wundern, wenn auch ein klingelndes oder aus der Hosentasche fallendes Handy als Verstoß gegen die Handy-Nutzung gewertet wird.

Problematischer können sich solche Dinge außerhalb des regulären Unterrichts bei Klassenarbeiten darstellen, denn ein Handy, das klingelt oder aus der Hosentasche fällt, wird hier regelmäßig zu einem Vorwurf des Täuschungsversuchs führen. Mehr dazu unter dem Gliederungspunkt der „Täuschungsversuche bei Klassenarbeiten“.

Sanktion der Wegnahme des Handys und übliche Probleme bei der Rückgabe des Handys:

Wird gegen die „Handy-Nutzung“ verstoßen, wird als Sanktion meist das Handy abgenommen.

Dies wird aufgrund der allgemeinen pädagogischen Befugnisse der Schule allgemein als zulässig erachtet. Das Handy hat gestört und der störende Gegenstand wird abgenommen. Das ist auch nicht anders, wenn jemand einen anderen störenden Gegenstand verwendet, indem er beispielsweise mit einem Spiegel den Lehrer oder Mitschüler blendet usw.

Es wird ferner als zulässig angesehen, wenn das Handy erst am Ende des Schultages zurückgegeben wird. Dies wird bei Gegenständen, die das Unterrichtsgeschehen im Übrigen stören, auch nicht anders gehandhabt.

Demgegenüber ist es unzulässig, wenn das Handy länger als bis zum Ende des Schultags einbehalten wird:

  • Das Handy steht im Eigentum der Schüler bzw. deren Eltern. Insofern mögen allgemeine pädagogische Befugnisse oder auch die Schulordnung dafür ausreichen, dass man ein Handy abnehmen darf und es auch bis zum Ende des Schultages einbehält. Aber weitergehend ist dies auf Grundlage solcher Normen nicht zulässig.

  • Und selbst wenn der Gesetzgeber in Schulgesetzen entsprechende Normen aufnehmen würde, so müsste man erhebliche Zweifel an der Zulässigkeit solcher Normen haben, da man Eigentumsrechte nicht ohne weiteres beschneiden kann. Selbst die Polizei bzw. Staatsanwaltschaft kann ja nicht uneingeschränkt auf fremdes Eigentum zugreifen, sondern nur in eng beschränkten Fällen.

Und erst recht ist es unzulässig, wenn darüber hinaus mitunter sogar verlangt wird, dass die Eltern das Handy in der Schule abholen. Ein Handy ist ja kein gefährlicher Gegenstand wie ein Messer o.ä., bei denen man vertreten könnte, dass die Rückgabe nur an Eltern zu erfolgen hat.

Die Rückgabe des Handys hat also am Ende des Unterrichtstages an den Schüler zu erfolgen.

Weitergehende pädagogische Sanktionen:

Wer gegen die Handy-Nutzung verstößt, der läuft darüber hinaus Gefahr, dass sein Verhalten über die bloße Wegnahme des Handys sanktioniert wird. Denn grundsätzlich ist die unzulässige Handy-Nutzung ein schulisches Fehlverhalten und als solches nichts anderes, als wenn man den Unterricht stört etc.

Inwiefern dies Sanktionen auslösen kann, ist eine Frage des Einzelfalles und im Ergebnis nicht anders, als bei anderen pädagogischen Ahndungen.

  • Niederschwellige pädagogische Sanktionen wie Strafarbeiten sind generell bereits bei vereinzelten kleineren Verstößen neben der Wegnahme des Handys nicht auszuschließen.

  • Den Bereich der Ordnungsmaßnahmen wird man erst bei gravierenderen oder wiederholten Verstößen erreichen.

Dies sind allerdings nur ganz grobe Abgrenzungen und es wird unzählig viele Einzelfälle geben, die man auch im Zusammenhang mit dem sonstigen Auftreten in der Schule bewertet wird.